Glyphosat: Diese Skandale muss das EU-Parlament jetzt aufklären

By Gerald Neubauer

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Glyphosat-Ausschuss nimmt Arbeit auf

PEST committee heißt der Sonderausschuss, mit dem das EU-Parlament die Skandale bei der Glyphosat-Zulassung aufklären möchte. Das EU-Parlament hat den Ausschuss eingerichtet, nachdem der Skandal um die Monsanto-Papers die Öffentlichkeit erschüttert hatte. Diese Woche ist die erste ordentliche Sitzung der 30 Mitglieder. Ihr Auftrag: aufklären, was bei der Zulassung von Pestiziden schief läuft und Reformvorschläge für die Zukunft entwickeln. Wenn der Ausschuss seine Arbeit ordentlich macht, könnte das weitreichende Konsequenzen haben.

Illegitimer Einfluss von Monsanto und Co.

Aufzuklären gibt es eine Menge. Deshalb haben wir den EU-Abgeordneten gemeinsam mit Partnerorganisationen einen offenen Brief geschrieben. Hier eine Auswahl der Kritikpunkte, die der Ausschuss jetzt aufklären muss:

  • Bei ihrer Bewertung, ob Glyphosat Krebs verursacht oder nicht, hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA allein auf geheime Industrie-Studien gestützt. Schlimmer noch: die EFSA hat mehrere Hinweise auf Krebsgefahr in diesen Studien übersehen. Als der Wissenschaftler Christopher Portier die Studien einsehen konnte, fand er eine größere Zahl Tumoranstiege bei Tieren, die Glyphosat ausgesetzt waren. Die EFSA hat sich offensichtlich allein auf die Interpretation der Daten durch die Industrie verlassen – und die hat von der Krebsgefahr nichts gesehen.
  • Große Teile des Glyphosat-Bewertungsberichts waren direkt aus dem Antrag der Hersteller kopiert. Das führte dazu, dass die EFSA praktisch alle unabhängigen Studien zur Krebsgefahr durch Glyphosat ignoriert hat. Die Behörde hätte die Studien eigentlich objektiv überprüfen sollen – doch sie hat einfach die Sichtweise von Monsanto und Co. übernommen. Dort wo die Chemiekonzerne Studien zu gesundheitlichen Gefahren von Glyphosat als “irrelevant” oder “unzuverlässig” einstufte, tat es die EFSA genauso.
  • Zudem wurden bei der Glyphosat-Zulassung die Gefahren für die Artenvielfalt ignoriert. Die EFSA hat zwar festgestellt, dass Glyphosat ein Risiko für Wirbeltiere an Land darstelle. Und die Europäische Chemikalienagentur ECHA hat Glyphosat als giftig für Wasserlebewesen eingestuft. Trotzdem kam die Europäische Kommission zum Schluss, dass von Glyphosat keine Gefahren für Ökosysteme ausgehen würden.

Zerstörtes Vertrauen wiederherstellen

Trotz der Gefahren für Mensch und Umwelt hat die EU-Kommission Glyphosat wieder zugelassen. Damit hat sie die Bedenken von unabhängigen Wissenschaftlern, des EU-Parlaments und zahlreicher EU-Bürger/innen ignoriert.

Die unglaublichen Vorgänge bei der Glyphosat-Zulassung haben eine Menge Vertrauen in die EU und ihre Behörden zerstört. Anstatt die Gesundheit der EU-Bürger/innen zu schützen, hat die EU-Kommission die Interessen von Monsanto bedient.

Es liegt jetzt an der Arbeit des Glyphosat-Ausschusses, die Fehler bei der Glyphosat-Zulassung aufzuarbeiten. Nur durch eine rigorose Aufklärung und konsequente Reformen des Pestizid-Zulassungsverfahren, kann das zerstörte Vertrauen wieder hergestellt werden.

Lies hier den offenen Brief von 23 Organisationen (englisch)

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Quelle: Campact Blog

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